Extrem Schmelzen auf dem grönländischen Eisschild
Veränderungen in der Atmosphäre treiben das extreme Schmelzen auf dem grönländischen Eisschild voran. Satellitenbilder zeigen, dass die Sommer 2012, 2019 und 2023 ungewöhnlich waren: Das Eis reflektierte deutlich weniger Sonnenlicht als normal. Wenn Eis weniger Licht reflektiert, bedeutet das, dass die Oberfläche dunkler wird und mehr Wärme absorbiert, was wiederum das Schmelzen beschleunigt.
Wie in der Abbildung unten zu sehen ist, zeigen die Karten in der oberen Reihe (A–C) das Ausmaß der Sonnenlichtreflexion für jedes der drei Jahre. Die Bereiche ohne grauen Hintergrund zeigen, wo die Bedingungen mehr als eine Standardabweichung vom Durchschnitt abwichen. Man erkennt, dass diese extrem niedrigen Reflexionswerte während dieser Sommer über den gesamten Eisschild verteilt waren.
Wir haben Wind- und Luftdruckdaten (dargestellt in der unteren Reihe, G–I) genutzt, um die Herkunft der Luftmassen zu verfolgen, die dieses Schmelzen verursachen. Zudem stellten wir fest, dass die Temperaturen nahe der Erdoberfläche (mittlere Reihe, D–F) in diesen Sommern ungewöhnlich hoch waren, insbesondere 2012 und 2023.
Interessanterweise fanden wir heraus, dass zwei sehr unterschiedliche Wetterbedingungen zu diesem extremen Schmelzen führen können. Im Jahr 2019 war das Wetter trocken und klar, sodass die Sonne ungehindert auf die dunkleren Ränder des Eisschilds scheinen konnte. In den Jahren 2012 und 2023 war es hingegen bewölkt und feucht. In diesen Jahren wirkten die Wolken wie eine Decke, die die Wärme speicherte und selbst das helle, schneebedeckte Zentrum des Eisschilds zum Schmelzen brachte.
Obere Reihe (A–C): Zeigt, wie viel Sonnenlicht das Eis reflektiert hat. Dunklere Bereiche deuten darauf hin, dass das Eis mehr Wärme als üblich aufgenommen hat.
Mittlere Reihe (D–F): Zeigt die Lufttemperaturen nahe der Oberfläche, kombiniert aus Satellitendaten und Messungen von Wetterstationen am Boden.
Untere Reihe (G–I): Zeigt Windmuster und den Luftdruck in der oberen Atmosphäre, was hilft zu erklären, woher die warme Luft kam.